Maiaufruf 2019 der KAB Penzberg

Pressemitteilung: Maiaufruf 2019 der KAB Penzberg – Forderung nach einem armutsfesten Mindestlohn von 13,69 Euro

Für eine Anhebung des Mindestlohns auf 13,69 Euro brutto pro Arbeitsstunde hat sich die Katholische Arbeitnehmer Bewegung (KAB) Deutschlands ausgesprochen.

Im Rahmen des KAB-Bundesausschusses haben sich die Delegierten auf Grund der Lohnentwicklung und der Arbeitsmarktdaten für eine Anhebung ausgesprochen. Die KAB-Forderung liegt damit 4,50 Euro pro Stunde höher als der derzeitige Mindestlohn von 9,19 Euro. „Arbeit darf nicht zu Armut führen“, fordert der Vorsitzende des Leitungsteams der KAB Penzberg, Michael Schmatz. 

Verstöße gegen Mindestlohngesetz steigen auf über 6.000 Fälle in 2018

Gleichzeitig fordert die KAB Deutschlands schärfere Kontrollen seitens des Zolls gegen das Unter-laufen der Mindestlohnregelungen. „Es ist ein Skandal, dass immer mehr Arbeitgeber und Unternehmer den gesetzlichen Mindestlohn den Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern vorenthalten“, so Schmatz. 

So hat der Zoll in seinem jüngsten Jahresbericht ausgewiesen, dass die Zahl der Verstöße gegen das Mindestlohngesetz zwischen von 1.316 Fällen im Jahr 2015 auf 6.220 Fälle im letzten Jahr angestiegen ist. Davon waren über 2.740 Fälle, in denen die Arbeitgeber Mindestlohnunterschreitungen begangen haben. „Es wird Zeit, dass der Mindestlohn nicht nur armutsfest gemacht wird, sondern auch jeder Arbeitnehmer und jede Arbeitnehmerin diesen auch erhält“, betont der Vorsitzende des Leitungsteams der KAB Penzberg. Die KAB fordert den Ausbau und strengere Kontrollen.

Soziales Europa: Verbindliche Regelungen für einen EU-Mindestlohn

Die KAB Deutschlands setzt sich darüber hinaus dafür ein, dass verbindliche Mindestlohnregelungen für einen Mindestlohn in allen EU-Staaten eingeführt werden. Es müsse endlich Schluss sein mit Lohndumping und Ausbeutung in Deutschland und den anderen EU-Ländern“, fordert der katholische Sozialverband. 

Adventsfeier der KAB Penzberg

Anlässlich der Adventsfeier der KAB Penzberg wurden auch in diesem Jahr langjährige Mitglieder geehrt.

Für 50 Jahre: Katharina und Reinhard Brux

Für 25 Jahre: Sylvia und Rainer Göllnitz (beide konnten zur Ehrung nicht kommen)

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Von links nach rechts: Michael Schmatz (Vorsitzender des Leitungsteams der KAB Penzberg), Sebastian Schmatz (Sohn von Michael Schmatz), Reinhard und Katharina Brux und Stadtpfarrer und Präses Bernhard Holz

Bild & Text: Michael Schmatz

KAB Penzberg feierte ihr 120-jähriges Jubiläum

Am vergangenen Sonntag feierte die Katholische Arbeitnehmer Bewegung (KAB) Penzberg ihr 120-jähriges Jubiläum mit einem Festgottesdienst in der Christkönigkirche. Die Festpredigt hielt der frühere KAB-Diözesanpräses und Diakon, Erwin Helmer aus Weilheim. Die Festversammlung mit den geladenen Gästen fand nach dem Gottesdienst im Barbara-Saal des Pfarrzentrums statt.

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Banner und eine Fahne vor Beginn des Gottesdienst auf dem Kirchplatz (Foto: Gerhard Wieser).

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Kurz vor Beginn des Gottesdienstes auf dem Kirchplatz (Foto: Gerhard Wieser).

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Feierlicher Festgottesdienst anlässlich des 120-jährigen Jubiläums der KAB Penzberg (Foto: Gerhard Wieser).

In seiner Festpredigt ging Erwin Helmer auf das Problem der Leiharbeit ein. Die Leiharbeitnehmer sind die neuen Tagelöhner von heute. Der Gesetzgeber ist aufgefordert, die Leiharbeit einzuschränken.

Bei der Festversammlung im Barbara-Saal konnte der Vorsitzende des Leitungsteams der KAB Penzberg, Michael Schmatz, neben der Ersten Bürgermeisterin der Stadt Penzberg, Elke Zehetner, auch den stellvertretenden Landrat des Landkreises Weilheim-Schongau, Karl-Heinz Grehl, sowie Mitglieder der Stadtratsfraktionen begrüßen. Besonders freute Schmatz, dass von der Diözesanleitung aus Augsburg neben der Vorsitzenden Karin Welsch und dem Vorsitzenden Lothar Roser auch der neue KAB-Diözesanpräses und Diakon, Georg Steinmetz, erstmals nach Penzberg gekommen ist.

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Ein Gruppenbild mit den Festgästen (Foto: Gerhard Wieser).

Mit dem Banner kamen Vertreter der KAB aus Altenstadt, Dießen am Ammersee und Weilheim und der Kolpingfamilie Penzberg.

In seiner Festansprache berichtete der Vorsitzende des Leitungsteams, Michael Schmatz, wie es zur Gründung des Katholischen Arbeitervereins 1898 in Penzberg kam. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts befand sich die Arbeiterschaft im Aufbruch und durch das Sozialwort „Rerum Novarum“ (über die Arbeiterfrage) von Papst Leo XIII. im Jahr 1891 ermutigt, das eigene Schicksal selbst in die Hand zu nehmen.

 

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Musikalisch umrahmt wurde die Festveranstaltung von Pia Janner und Schülerinnen der städtischen Penzberger Musikschule (Foto: Gerhard Wieser).

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Der Einladung sind unter anderem folgende Personen gefolgt: Elke Zehetner (Erste Bürgermeisterin der Stadt Penzberg), und Ludwig Schmuck (Dritter Bürgermeister der Stadt Penzberg und 1. Vorstand des Penzberger Bergknappenvereins) (Foto: Gerhard Wieser).

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Der Vorsitzende des Leitungsteams begrüßte die Gäste (Foto: Gerhard Wieser).

In einem geschichtlichen Rückblick ging der frühere Vorsitzende, Reinhard Brux, auf die Gründung ein. Am 20. August 1898 wurde der Katholische Arbeiterverein von 85 Gründungsmitgliedern in der Gaststätte „Staltacher Hof“ in der Bergarbeiterkolonie gegründet. Damals wohnten rund 4.000 Menschen in Penzberg. Der Verein hatte sich die Unterstützung seiner durch Krankheit in Not geratenen Mitglieder zur Hauptaufgabe gemacht. „Wer als Mitglied krank gewesen war“, so Brux, „erhielt pro Woche drei Mark an Unterstützung durch den Katholischen Arbeiterverein.“ Eine staatliche Geldleistung bei Krankheit, wie heute ein gesetzliches Krankengeld, gab es damals noch nicht. Mit Theateraufführungen konnte das zur Unterstützung benötigte Geld aufgebracht werden.

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In einem geschichtlichen Rückblick ging der frühere Penzberger KAB-Vorsitzende, Reinhard Brux, auf die Gründung vor 120 Jahren ein (Foto: Michael Schmatz).

Heute ist die Zahlung von Krankengeld selbstverständlich. Die KAB beschäftigen andere Themen. „Wir setzen uns für den arbeitsfreien Sonntag ein“, so Michael Schmatz. Der Sonntag ist kein Tag wie jeder andere. „Es genügt, wenn die Einzelhandelsgeschäfte“, so der Vorsitzende der Leitungsteams, „von Montag bis Samstag geöffnet haben. Es verhungert niemand, wenn ein Lebensmittelgeschäft am Sonntag nicht geöffnet hat.“

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Rückblick auf 120 Jahre (Foto: Michael Schmatz)

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Ausblick (Foto: Michael Schmatz)

Der Vorsitzende des Leitungsteams, Michael Schmatz, ging in seiner Ansprache auf das Thema „Rente“ ein. Ältere Frauen erhalten künftig einen halben Rentenpunkt mehr pro Kind. Frauen, die ein Kind vor dem 1. Januar 1992 geboren haben, erhalten dann zweieinhalb Kindererziehungsjahre bei ihrer Rente angerechnet. Für Kinder, die nach dem 31. Dezember 1991 geboren wurden, gibt es drei Kindererziehungsjahre. „Das geht war nicht“, so Schmatz. „Jedes Kind, egal wann es geboren wurde, muss der Gesellschaft gleich viel wert sein.“ Der Gesetzgeber muss hier dringend nachbessern. Ältere Mütter dürfen hier nicht länger benachteiligt werden. „Da muss schnell etwas passieren, weil viele Mütter, die da betroffen sind, oft schon über 70 und 80 Jahre alt sind.“

Die KAB Penzberg wünscht sich aber auch, dass für das Penzberger Seniorenzentrum sehr bald schon eine tragbare Lösung gefunden wird, mit der die Bewohner und Mitarbeiter sehr gut leben können. „Jahrlange gerichtliche Auseinandersetzungen führen“, so Schmatz, „zu keinem guten Ergebnis für alle Beteiligten.“

Michael Schmatz

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

120 Jahre KAB Penzberg

Einladung

Am Sonntag, den 30. September 2018,

feiert die KAB Penzberg

ihr 120-jähriges Jubiläum.

 

Wir freuen uns und laden Sie zum Mitfeiern ein.

 

Festgottesdienst um 10.30 Uhrin der Christkönigskirche (Bahnhofstraße 35)

Predigt: Erwin Helmer (KAB-Diözesanpräses a. D.), Weilheim

 

Anschließend Festveranstaltung

im Barbarasaal des Pfarrzentrums Christkönig

mit musikalischer Umrahmung

Mittagessen

Grußworte

Rückblick auf 120 Jahre KAB Penzberg von Reinhard Brux

 

Die Gäste werden gebeten, ihre Banner mitzubringen.